
Indien ist eines der faszinierendsten Länder der Welt. Kaum ein anderes Land kann solche Kontraste zwischen arm und reich, zwischen altertümlichen Produktionsmethoden und Hochtechnologie, zwischen Glanz und Elend aufweisen. Indien ist im Aufbruch, das Alte verschwindet zusehends, Autobahnen und Flughäfen werden in atemberaubendem Tempo gebaut, und die Staatsbahn hat fast alle Strecken auf Breitspur umgebaut und davon Stand heute 99,6 % elektrifiziert!
Auf unserem Weg durch Indien werden wir einiges davon erleben, wenn wir durch die Vorgebirge des Himalajas reisen. Unser Weg führt uns durch die Bundesstaaten Westbengalen mit der quirligen Stadt Kolkata (früher Kalkutta), wo nur noch zwei kurze Straßenbahnlinien von der Metro verschont geblieben sind, weiter nach Siliguri und von dort nach Darjeeling im Himalaja, über die Kleinstadt Kalka in Haryana in den Bundeststaat Himachal Pradesh, wo die Kalka Shimla Railway in die Bundeshauptstadt führt. Wir bleiben dann in Himachal Pradesh und besuchen die 762 mm Kangra Valley Railway.
Die Staatsbahn Indiens beendete den regulären Einsatz von Dampflokomotiven im März 2000. Nur zwei Ausnahmen davon gibt es: Die Darjeelingbahn im Himalaja und die Zahnradbahn in den Nilgiri-Bergen. Die Darjeeling Himalayan Railway hat bis auf einige Züge im oberen Abschnitt fast alle Züge auf Dieseltraktion umgestellt, und in Ooty gibt es niemanden mehr, der sich mit den kohlegefeuerten Dampflokomotiven auskennt. Man fährt mit ölgefeuerten Maschinen, die einen Satteltank-Ölbehälter auf dem Kessel und einen Dieselmotor im Tender haben, um den Ölbrenner zu bedienen. Daher steht diese Bahn nicht auf dem Programm.

In Darjeeling fahren wir selbstverständlich mit Dampf, in Kalka haben wir einen der Triebwagen aus den 1930er Jahren gechartert und auf der Kangra Valley Railway werden wir einen recht umfangreichen Schmalspurbetrieb mit Diesellokomotiven erleben.
Die Reise ist für Foto- und Videografen konzipiert. Es besteht jedoch überall die Möglichkeit, auch mit den Zügen mitzufahren.
|
Indien |
Reiseplan |
|
12.02. |
Abflug von Europa |
|
13.02. |
Am Morgen Ankunft in Kolkata (Kalkutta). Wir versuchen eine Genehmigung zum Besuch der letzten beiden verbliebenen Straßenbahndepots Gariahat und Shyambazar zu erhalten (bisher keine Antwort). Nur zwei Strecken werden noch von Straßenbahnen bedient: die Linien 25 Gariahat Esplanade (9 km) und 5 Esplanade Shyambazar (5 km). Hotel in Kolkata |
|
14.02. |
Flug von Kolkata nach Bagdogra, Charterbus zum Besuch des Depots der Darjeeling Himalayan Railway (DHR) in Siliguri. Für den Abend haben wir einen Dinnerzug gechartert, mit dem wir auf 610 mm Spurweite von Siliguri Jn. bis nach Rongtong fahren, Abfahrt ca. 17 Uhr. Er wird von einer Dampflokomotive der Klasse B, gezogen, jenen typischen zweifach gekuppelten Satteltanklokomotiven. Von Rongtong kehren wir mit dem Charterbus zu unserem Hotel in Siliguri zurück. |
|
15.02. |
Authentischer Charterdampfzug mit Teewagen von Siliguri nach Kurseong. In Tindaria legen wir einen längeren Stopp ein, um das dortige Ausbesserungswerk zu besuchen. Wir folgen dem Zug mit unserem Charterbus, um zu guten Aufnahmen zu kommen. Hotel Kurseong |
|
16.02. |
Mit unserem Teewagenzug fahren wir von Kurseong weiter nach Darjeeling und von dort zurück bis nach Ghoom. Erneut folgen wir unserem Zug mit einem Charterbus, der uns auch wieder zurück zu unserem Hotel in Kurseong bringen wird. |
|
17.02. |
WWenn man in Darjeeling ist, dann sollte man auch das Erlebnis einer Zugmitfahrt genießen. Dazu haben wir Tickets für den Dampfzug von Darjeeling nach Kurseong und zurück gebucht. Wer diesen Zug lieber fotografieren möchte, kann ihn auf der Straße verfolgen. Hotel in Kurseong. |
|
18.02. |
Mit dem Charterbus fahren wir zurück nach Bagdogra und fliegen von dort via Kolkata oder Delhi nach Chandigarh. Charterbus zu unserem Hotel in Kalka. |
|
19.02. |
Den ganzen Tag fotografieren wir Planzüge und die beiden betriebsfähigen Triebwagen aus den 1930er Jahren, die wir gechartert haben, auf der 762 mm-Bergstrecke. Wir folgen den kleinen Triebwagen mit dem Charterbus, um zu guten fotografischen Ergebnissen zu kommen. Man kann aber auch in einem der beiden Triebwagen mitfahren, bekommt dann aber nur Fotos von den Bahnhöfen mit einer Ausnahme: nach Kanoh fahren wir mit dem Zug. Dort gibt es das meistfotografierte Viadukt der Bahnstrecke. Wir müssen heute sehr zeitig aufstehen, um fotografisch das Beste aus dem Tag herauszuholen. Hotel in Shimla. |
|
20.02. |
Unsere Charter-Triebwagen fahren heute zurück nach Kalka, und wir halten es genauso, wie am Vortag. Hotel in Kalka |
|
21.02. |
Am Vormittag steht eine längere Busfahrt (ca. sieben Stunden) an. Wir fahren von Kalka nach Pathankot und werden dort am Nachmittag Regelzüge fotografieren. Am späten Nachmittag fahren wir dann weiter zu unserem Hotel in Kangra oder Palampur. |
|
22.02. |
Mit unserem Charterbus fahren wir zu den Brücken und Bergblicken der Eisenbahn, um Planzüge abzulichten. Hotel in Kangra oder Palampur |
|
23.02. |
Am Morgen werden wir noch einige Aufnahmen der Bahn machen und dann zum Regionalflughafen von Kangra fahren. Wir haben einen Flug nach Delhi gebucht, von wo aus man wieder nach Hause fliegen kann. Flüge ab 20 Uhr werden erreicht. |
|
24.02. |
Rückflug von Delhi, Ankunft in Europa am selben Tag gegen Mittag |
Kalkutta betreibt die einzige Straßenbahn Indiens. Es verwundert den Besucher immer wieder, wie man in einer solch quirligen, verstopften Stadt auf so maroden Gleisen und mit solchen Straßenbahnzügen einen halbwegs kontinuierlichen Betrieb durchführen kann. Obwohl die Strecke über die eindrucksvolle Howra-Brücke bereits vor Jahren stillgelegt wurde, bieten sich im Stadtzentrum von Kalkutta einmalige Motive in einer einmaligen Stadt. Darüber hinaus werden wir vorbehaltlich der Erteilung der Genehmigung ein Depot besuchen, wo teils über 70 Jahre alte Triebwagen anzutreffen sein werden. Ungewöhnlich für Indien ist auch die Spurweite des Systems: 1435 mm. Die Straßenbahn soll nach dem Willen der Stadtverwaltung verschwinden. Sie haben bereits ganze Arbeit geleistet, und nur noch die Linien 5 und 25 sind in Betrieb. Mit einer Gesamteinstellung des Betriebes muss man durchaus rechnen. Wann das der Fall sein wird, lässt sich schwer abschätzen. Wir gehen davon aus, dass Anfang 2027 der Betrieb noch bestehen wird.

Die Darjeeling Himalayan Railway (DHR) gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die 88 km lange 610 mm-Strecke wurde 1881 fertig gestellt und überwindet über zwei Kilometer Höhenunterschied. Im unteren Abschnitt werden planmäßig nur noch Diesellokomotiven eingesetzt, während auf der spektakulären Gebirgsstrecke noch die B-gekuppelten Satteltankloks, die teilweise schon über 100 Jahre alt sind, zum Zuge kommen können. Fotomotive gibt es in Hülle und Fülle, so zum Beispiel die weltbekannten Schleifen, die Zickzack-Abschnitte und der Blick von der Bahn auf den dritthöchsten Berg der Welt, dem Kanchenjunga. Die Straße führt weitgehend parallel zur Bahn, und somit erreicht man viele schöne Fotomotive. Da die Bahn komplett auf totsanierte Personenwagen mit riesigen Plastikfenstern umgestellt wurde, haben wir einen authentischen Teezug gechartert, der aus zweiachsigen gedeckten Wagen bestehen wird. Die Lokomotiven sind heute nicht mehr in gutem Zustand, und bewältigen daher bergauf nur noch kurze Züge. Diese gab es aber auch früher, womit es authentisch aussieht. Für unsere Charterzüge sind Dampflokomotiven der Klasse B zugesagt worden; alle anderen Züge könnten auch mit Dieselloks bespannt sein. Im Regelbetrieb werden Dampfloks aber im oberen Abschnitt der Bahn nach wie vor eingesetzt. Die Fahrzeit auf der Gesamtstrecke beträgt ungefähr 8 Stunden, wobei es aber auch zu Verspätungen kommen kann. Unser Charterzug braucht erheblich länger.

Die 96 Kilometer lange 762 mm-Strecke von Kalka nach Shimla gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO und wurde 1903 eröffnet. Während die DHR seinerzeit die britischen Regierungsbeamten von Kalkutta in die Sommerfrische bringen sollte, war die Bahn nach Shimla für die Regierungsbeamten aus Delhi prädestiniert, um die Regierungsgeschäfte im heißen Sommer in den kühleren Bergorten weiterzuführen. Die Strecke ist ein Meisterwerk britischer Ingenieurskunst und hat 864 Brückenbauwerke, darunter viele Steinviadukte, sowie 102 Tunnel und überwindet einen Höhenunterschied von 1.420 m. Die Fahrt eines Regelzuges (mit Diesel bespannt) dauert rund fünfeinhalb Stunden. Es verkehren sieben Zugpaare mit ZDM 3-Diesellokomotiven, weshalb Fotohalte auf freier Strecke zeitlich schwierig zu arrangieren sind. Wir haben uns daher dazu entschlossen, unseren in den 1930er Jahren gebauten Triebwagen mit dem Charterbus zu verfolgen. Wer möchte, kann aber auch mit dem Triebwagen mitfahren. Um das bekannte Viadukt bei Kanoh zu erreichen, werden wir aber mit der Bahn fahren. Ein Bus kann diesen Ort nicht auf der Straße erreichen.

Die Kangra Valley Railway hat ebenfalls eine Spurweite von 762 mm. Die indische Regierung hat die Aufnahme der Bahnstrecke in die Liste des Weltkulturerbes beantragt. Sie hat rund 900 Brücken, einige davon größere Viadukte oder Stahlgitterkonstruktionen, aber nur zwei Tunnel. Auf einer Streckenlänge von 164 (+2) km werden 689 Höhenmeter überwunden. Die Bahn war erst Ende 1928 eröffnet worden. Sie führt von Pathankot (Punjab) über Kangra nach Joginder Nagar, und dann noch zwei Kilometer weiter als Anschluss zur Standseilbahn der Druckrohranlage beim Shanan Power House.

Es verkehren sieben Zugpaare pro Tag, von denen ein Paar bis Jawalamukhi Road, vier Paare bis Baijnath Paprola (km 141) und zwei Zugpaare bis zum Endpunkt für den Personenverkehr in Joginder Nagar fahren. Zum Einsatz kommen ZDM 3 und ZDM 4 Diesellokomotiven.
Im Gegensatz zu den anderen beiden Strecken fahren hier kaum Touristen mit, sondern die einheimische Bevölkerung. Die Züge können teilweise sehr voll werden.

Indien erfordert die Beachtung einiger Verhaltensregeln. Die wichtigsten Grundsätze: Ungeschältes (oder gar ungewaschenes) Obst, nicht gekochte Speisen und Trinkwasser unbekannter Herkunft sind Tabu, möchte man sich keine schwere Magen- oder Darmverstimmung zuziehen. Dazu zählen auch Salate, mögen sie noch so lecker erscheinen. Trinkwasser gibt es überall für wenig Geld zu kaufen. Leitungswasser ist auf keinen Fall als Trinkwasser zu empfehlen. Die Reiseapotheke sollte unbedingt hoch wirksame Medikamente gegen Durchfallerkrankungen enthalten. Speisen können sehr scharf gewürzt zubereitet werden. Man sollte, sofern man Schärfe nicht verträgt, also immer erst vorsichtig kosten.

Wir haben Halbpension gebucht, werden aber, wenn sich die Möglichkeit (insbesondere zeitlich) ergibt, auch Mittagessen ermöglichen. Das Essen in nicht vorher reservierten Restaurants ist in Indien meistens sehr billig.
Der Straßenverkehr kann chaotisch wirken. Man handle beim Aussteigen aus Bus oder Straßenbahn stets mit Bedacht, schaue vor dem Überqueren einer Straße genau hin und achten immer auf die eigene Sicherheit im Straßen- und Schienenverkehr.

Wir bereisen Indien in der Trockensaison. Die Malariasaison ist von etwa Juli bis November, und dennoch sollte man die Gefahr, sich mit Malaria zu infizieren, nicht unterschätzen. Das Auswärtige Amt Deutschlands empfiehlt für unsere Art von Reise jedoch keine Prophylaxe, sondern lediglich die Mitnahme von Medikamenten wie Atovaquon/Proguanil als Notfall-Medikament. Der wirksamste Schutz vor Malaria ist und bleibt jedoch lange Kleidung am Abend und ein sicheres Moskitonetz in der Nacht.
Obwohl wir in Kalkutta und Delhi durchaus Temperaturen um 25 Grad erwarten, muss unbedingt auch warme Kleidung mitgeführt werden. Am Morgen kann es in den Höhenlagen des Himalajas durchaus unter Null Grad frisch werden. Es kann sogar Schnee fallen.
Wir werden gute Mittelklassehotels buchen (die leider auch für indische Verhältnisse recht teuer sind). Dennoch muss man mancherorts von westlichen Hygienestandards abweichende lokale Standards akzeptieren.

Indien gehört zu einem völlig anderen Kulturkreis als Mitteleuropa. Es wird daher empfohlen, sich vorab mit der Situation vertraut zu machen. Sollten sie noch nicht in Indien gewesen sein, erwarten sie also eine der aufregendsten Reisen, die sie je gemacht haben.
Die Fahrt ist speziell für Foto- und Videografen ausgelegt. So hat eine gute Fotoausbeute Vorrang vor gepflegten 4-Gänge-Menüs. Man sollte auf der Tour immer eine Flasche mit Trinkwasser und ein paar Snacks bei sich führen.
Obwohl alle Leistungen bestätigt wurden lässt sich nicht ausschließen, dass nicht alle geplanten Veranstaltungen auch so ablaufen wie bestellt und bezahlt. In Indien gelten andere Vorstellungen von Zeit und besonders von dem, was sehenswert ist. Alte Eisenbahnen gehören kaum dazu. Eine dringende Warnung an alle, die glauben, Indien funktioniere wie ein Schweizer Uhrwerk. Das tut es definitiv nicht! Gelassenheit und Improvisation sind essentiell. Alle drei Strecken, die wir besuchen, sind teilweise schon jahrelang unterbrochen gewesen. Im Himalaya können Naturgewalten (auch einen Tag nach Reiseantritt) die Strecken verwüsten und unbefahrbar machen. So gibt es dort neben Sturzfluten auch Erdbeben. Es besteht also die Gefahr, dass eine Strecke in Teilen oder überhaupt nicht befahrbar ist. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind andere betriebliche Hindernisse wie z. B. Entgleisungen. Im Falle solcher oder ähnlicher Ereignisse sind in der Regel keine finanziellen oder sonstigen Kompensationen zu erwarten. Wer die Reise bucht, akzeptiert diese und ähnliche Risiken des wirklichen Lebens außerhalb der westlichen Vollkasko-Versicherungsblase.

Bitte beachten Sie, dass die Hotels, Busse, Züge, eigentlich alles, was uns begegnen wird, keinesfalls EU-konform sind. Deshalb reisen wir ja gerade dorthin. Wir werden in ein Land reisen, in dem Umwelt- und Unfallschutz unterentwickelt sind. Es sei ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen, die durch die Benutzung von Fahrzeugen und den Aufenthalt in der Nähe der Eisenbahnen sowie die Teilnahme am Straßenverkehr entstehen können. Der Abschluss einer Auslands-Unfallversicherung und der ohnehin wichtigen (und meist sehr günstigen) Auslandskrankenversicherung wird empfohlen. Weder FarRail Tours, der örtliche Veranstalter oder die Eisenbahngesellschaft haften für jegliche Art von Ausfällen, Unfällen, Schäden, Verlusten, Nachteilen aus Verspätungen etc.

| Indien | ||
| Schmalspur-Gebirgsbahnen in Indien | 25 bis 29 Teilnehmer | 3.570 Euro |
| 13.02.2027 24.02.2027 | 19 bis 24 Teilnehmer | 3.850 Euro |
| Einzelzimmerzuschlag | 560 Euro | |
| Anmeldeschluss: 10.10.2026 | ||
Der Preis umfasst:
Nicht eingeschlossen sind: