Sahara-Express

Wüsteneinsenbahn in Mauretanien 9.1. – 17.1.2027

Eisenbahnen in Mauretanien

Von 1961 bis 1963 ließ die Minengesellschaft „Société Anonyme des Mines de Fer de la Mauritanie“ eine Normalspurstrecke von zunächst 652 km Länge vom Atlantikhafen in Nouadhibou zu den Erzminen in Zouérate bauen. Von Anbeginn konnte die Strecke mit dem Superlativ der längsten planmäßig verkehrenden Züge aufwarten. Sie führt dicht an der Grenze von Westsahara entlang durch kaum besiedelte Wüstenregionen. Eine Mitfahrt auf den Zügen ist möglich, aber eine abenteuerliche, sehr anstrengende und extrem staubige Angelegenheit.

Die Züge sind mit zwei bis zu vier Diesellokomotiven bespannt. Es ergeben sich viele Fotomöglichkeiten, allein schon durch die enorme Länge der bis zu 17.000 Tonnen schweren Züge. Allein die Nacht in der Wüste zu verbringen, fernab von jeglicher Zivilisation, und in der Ferne einen Erzzug zu beobachten, wie sich der Frontscheinwerfer durch die Sanddünen fingert, ist ein unvergleichliches Erlebnis.

Eisenbahnen in Mauretanien

Wir werden darüber hinaus auch das Afrika jenseits der Klischees und ohne abendliche Tanzvorführungen neben der Schlacht am Buffet eines Touristenbunkers erleben. In Mauretanien findet man fast unberührte Sanddünenfelder der westlichen Sahara, verträumte Oasen, eine fast versandete antike Wüstenstadt und den Kediet Ijill, mit 915 m die höchste Erhebung des Landes. Hier ist das Erzabbaugebiet der Société Nationale Industrielle et Minière. Unser lokaler Führer wird alles geben, unsere fotografischen Vorstellungen auf dieser Tour umzusetzen und uns Einblicke in das Leben in Mauretanien gewähren. Auf der Reise haben wir einen Koch dabei, der auf traditionelle Art für unser leibliches Wohl sorgen wird.

Wir haben keinen touristischen Teil auf dieser Reise geplant. Wer einen begehrt, lasse mich das bitte wissen. Das ließe sich am Ende der Tour organisieren, involviert aber wieder lange Fahrten durch die Wüste.

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Reiseplan Sahara-Express

Datum

Reiseplan

09.01.

Flug nach Gran Canaria, Hotel vor Ort. Achtung, die Flugpläne für Januar 2027 für den Anschlussflug nach Nouadhibou stehen noch nicht fest, es können sich Änderungen sowohl im Flugtag als auch in der Reiseroute ergeben!

10.01.

Weiterflug nach Nouadhibou, Hotel in Nouadhibou

11.01.

Wir werfen einen kurzen Blick in die Stadt und besuchen einer der beiden Kirchen des Landes. Sofern genehmigt: Besuch des Ausbesserungswerkes in Nouadhibou, wo sich auch die Entladeanlage befindet. Nachmittags fahren wir zum „Bahnhof“ von Nouadhibou, wo am Nachmittag der Personenwagen am Ende des Erzzuges beladen wird. Wir folgen dem Zug bis zur Oase Boilenoir, bevor wir wieder zu unserem Hotel in Nouadhibou zurückkehren.

12.01.

Heute fahren wir einem beladenen Erzzug entgegen, der uns irgendwo auf dem Weg in der Wüste begegnen wird. An den wenigen Unterwegsbahnhöfen werden wir uns über die Position von anderen Zügen erkundigen. Die Züge legen viele Wegstrecken bei Nacht zurück, so dass im Bereich von Nouadhibou insbesondere am Morgen und am Abend Züge zu beobachten sind. Nach mehreren Stunden Fahrt durch die Wüste werden wir unsere Zelte mitten in der Wüste aufschlagen. Übernachtung in einfachen Zelten.

13.01.

Am Vormittag sollte ein Leerwagenzug Ben Amira erreichen. An seine „Fersen“ werden wir uns heften, und ihn bis zur Minenstadt Zouérate verfolgen, wo wir in einem einfachen Hotel übernachten werden.

14.01.

Die Züge werden an den Verladeanlagen in Zouérate, El Rhein and M'Haoudat beladen. Ob eine der Anlagen außer Betrieb ist, lässt sich schwer abschätzen, wir werden es vor Ort erfahren. Aufnahmen um die Minenorte und Besuch des kleinen Lokdepots. Alternativ: Besuch des Flugzeugwracks nach etwa zwei Stunden Fahrt von Zouérate, einer südafrikanischen Militärmaschine vom Typ Avro Shackleton "Pelican 16". Am späten Nachmittag werden wir einem beladenen Erzzug in die Wüste folgen, wo wir dann auch übernachten werden.

15.01.

Heute fokussieren wir uns auf Streckenaufnahmen im Bereich Choum – Ben Amira. Etwa auf halbem Weg zwischen Choum und Nouadhibou werden wir dann in der Wüste unser Zeltlager aufschlagen und dort übernachten.

16.01.

Wir machen uns auf den Rückweg und werden dabei einem Zug nach Nouadhibou folgen. Am späten Nachmittag sollte uns der leere Erzzug mit Personenbeförderung wieder entgegen kommen. Hotel in Nouadhibou.

17.01.

Heute treten wir unseren Rückflug an. Wer möchte kann noch ein paar erholsame Tage auf Gran Canaria genießen, bevor es wieder in die kalte Heimat geht. Mit entsprechenden Anschlussflügen von Las Palmas (Gran Canaria) Weiterflug nach Europa und Ankunft am selben Abend

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Streckenbeschreibung

Als die Bahn 1963 in Betrieb ging, lag sie vollständig auf dem Gebiet Mauretaniens. Dieser Streckenverlauf erforderte jedoch die Durchquerung eines Gebirgszuges mittels eines Tunnels. Nach der Verstaatlichung der Strecke 1974 wurde mit dem Nachbarland Westsahara eine Verlegung der Strecke in den Flachlandbereich vereinbart. Seit 1978 führt sie nun über rund 5 km über das Gebiet von Westsahara.

Der Verladehafen in Cansado befindet sich auf der Halbinsel Ras Nouadhibou und wird von den Eisenbahnern Point Central oder einfach nur PC genannt. Hier können die Züge über eine Wendeschleife gedreht werden. Das wird allerdings fast immer von einer Lokomotive ausgeführt, die Streckenlokomotiven werden nach der Zugfahrt dem Betriebswerk zugeführt.

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Von Nouadhibou führt die Strecke rund 460 km nach Osten, bis sie in Choum nach Norden schwenkt. Von F’dérik hat man später noch eine 70 km lange Zweigstrecke nach Guelb und M’Haoudat gebaut, um die dortigen Minen an die Bahn anzuschließen.

Es verkehren zwei Zugpaare sicher, bei erhöhtem Aufkommen können es auch drei oder sogar vier Zugpaare pro Tag sein. Neben den Erzzügen fährt ein wöchentlicher Wasserversorgungszug nach Zouérate, der in der Oase Boilenoir befüllt wird. Reisende dürfen auf den Erzwagen mitfahren, was je nach gefördertem Erz eine sehr staubige Angelegenheit sein kann. Dennoch sieht man auf allen Zügen Menschen, die teils mit Tieren oder Waren auf den Erzwagen mitfahren. Derzeit wird bei einem Zugpaar jeweils ein Personenwagen am Zugschluss beigestellt. Es handelt sich um die Züge V3 und M4, die einen festen Fahrplan haben, aber oft um Stunden verspätet sind:

Die Mitfahrt auf den Güterwagen ist kostenfrei. Kamele für die Schlachterei oder Lastwagen werden auf Flachwagen am Zugschluss eingestellt. Einige Züge führen auch einen Wagen für das Personal der SNIM mit. Die SNIM hat auch eine Reisezugtochter, die sich TFM nennt. Für den touristischen Verkehr wurden ein Doppelstockwagen und tschechische Reisezugwagen beschafft. Auch für den Tourismusbereich gab es eine eigene Sparte, die SOMASERT.

Der Personenzugwagen ist sehr oft übervoll und in sehr schlechtem Zustand, die Reise in ihm ist kein Vergnügen! Der Begleitwagen FS17 ist für das Management reserviert. Alle Begleitwagen sind klimatisiert, nicht jedoch der Personenwagen. Die Fahrt auf den Erzwagen ist bei Ausländern nicht gern gesehen, lässt sich aber organisieren. Es ist eine sehr kräftezehrende Fortbewegungsart. Die Züge fahren mindestens 16 Stunden und durch die kalte Nacht, man ist den Dieselabgasen, dem Erz- und dem Wüstenstaub genauso schutzlos ausgesetzt wie der sengenden Sonne tagsüber wie der Kühle der Nacht. Wie man sich auch sicher vorstellen kann, gibt es in der Sahara nicht alle 100 Kilometer eine Duschmöglichkeit. Aber wer seine Gesundheit und Zähigkeit auf die Probe stellen möchte: es lässt sich gegen ein gewisses Trinkgeld so einiges organisieren.

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Der FIAT Doppelstocktriebwagen steht wie die beiden Krupp-Kräne in Zouérate abgestellt.

In Zouérate kann man mit mindestens einem bis zwei von Nouadhibou kommenden Zügen und zwei abfahrenden Zügen bei Tageslicht rechnen. Darüber hinaus gibt es die Fahrten zwischen den vier Ladestellen und die Wasserzüge.

In Nouadhibou gibt es neben den ankommenden Erzzügen und den dazu gehörigen Rangierfahrten tagsüber recht wenige Bahnaktivitäten.

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Die Vielfalt des Lokomotivparks ist ziemlich beschränkt. Die alten SD40-2 wurden einige Zeit den neuen SD70ACS mit Drehstromkraftübertragung bevorzugt. Diese sechs neuen 3310 kW starken EMD-Maschinen hatten anfangs ungelöste Probleme mit den Turboladern, tragen nach deren Lösung aber die Hauptlast des Verkehrs.

Die Streckengeschwindigkeit beträgt 50 km/h, der Oberbau ist derzeit für 26 Tonnen Achslast ausgelegt. Der weitere Ausbau auf 30 Tonnen ist fast abgeschlossen, und man hat dazu bereits zwei zusätzliche Ausweichstellen geschaffen. Die täglichen Fahrten der Baudraisinen können den Fahrplan beeinflussen.

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Anmerkungen

Der nördliche Teil Mauretaniens ist weder ein bevorzugtes Ziel für Terroristen noch ein Touristenhotspot. In Nouadhibou gibt es wegen der Fischerei aber eine ganze Anzahl von Ausländern in der Stadt. Die Hotels sind in Nouadhibou ausreichend, bieten Internet, Strom und warmes Wasser. Dennoch sollte man Abstriche bei der Qualität der Unterkünfte erwarten, insbesondere in Zouérate, wo auch Kakerlaken in den Zimmern wohnen können. In unseren einfachen Zelten gibt es einfache Matratzen und einfache Decken, aber keine Toilette. Die Wüste ist weit … Dennoch werden diese Nächte im Zelt ein Erlebnis sein. Empfehlung: man sollte sich seinen eigenen Schlafsack mitnehmen.

Die Stadt Zouérate hat bereits bessere Zeiten gesehen, als es dort u. a. ein Theater und ein Kino gab. Beide sind geschlossen. Ein Großteil der Bevölkerung macht nichts anderes, als Europäer auch: sie schauen stundenlang auf ihr Taschentelefon. Die Menschen sind freundlich, untereinander wie zu Fremden. Manche lassen sich aber nur ungern fotografieren – bitte die Anstandsregeln beachten.

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Wir fahren lange Strecken mit Allradfahrzeugen über unbefestigte Wege und auch abseits von Wegen. Die beiden langen Fahrten dauern ohne Fotostopps zehn Stunden. Wir werden dabei ausreichend mit Wasser, Tee und Speisen versorgt sein. Aber technische Probleme, die in der Wüste gelöst werden müssen, können unsere Reisezeit verlängern. Es gibt auf dem Weg so gut wie keine sanitären Einrichtungen. Wer Darmdrang verspürt, muss sich demzufolge in der Wüste entleeren, wo es für gewöhnlich kein Gebüsch gibt, hinter dem man sich verbergen könnte (aber es gibt Dünen und Senken). Es gibt zwischen den beiden Endpunkten keine Möglichkeit medizinischer Hilfe, weswegen die Reise nur für Personen mit einer halbwegs stabilen Gesundheit geeignet ist. Medikamente, die man benötigt, müssen unbedingt mitgebracht werden.

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Die Züge, auch die mit festem Fahrplan, fahren für den Erzverkehr. Und dem Erz ist es herzlich egal, wann es wo ankommt. Das heißt auch, dass Verspätungen nicht vorhersehbar sind. Diese können mehrere Stunden betragen und erhoffte Fotowünsche zunichte machen aber auch neue Möglichkeiten eröffnen. Es gibt keine Garantie für die Anzahl von Zügen, deren Fahrzeiten und deren Halte in den Bahnhöfen und Ausweichstellen. Wir werden im Kontakt mit den Eisenbahnern über die Entwicklungen informiert werden.

Die Temperaturen werden angenehm warm tagsüber (um die 20 bis 30 Grad) und recht frisch in der Nacht sein, die Temperaturen können auf zwölf Grad fallen. Mit Niederschlägen ist kaum zu rechnen.

Es wird teilweise sehr staubig in der Nähe der Züge, daher sollte man die Windrichtung beachten, wenn man sich für eine Fotoposition entscheidet. Man sollte seine Fotoausrüstung vor Staub schützen!

Um das Visum zu beschaffen, müssen wir unsere Passkopie nach Nouakshott schicken. Das Handling wird von FarRail Tours übernommen, die Visumsgebühr von derzeit 55 Euro fällt aber vor Ort an. Die derzeit 25 Euro für die zusätzliche Visums-Servicegebühr ist bereits im Reisepreis enthalten. Für viele Nationalitäten ist die Einreise nach Spanien (Gran Canaria) visumsfrei möglich.

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Obwohl wir nur Halbpension versprechen, ist Vollpension in Mauretanien geplant. Nur kann es sein, dass des Fahrplanes wegen keine Zeit für ein Mittagessen ist. Man sollte sich also Snacks oder Nüsse für zwischendurch mitnehmen. Das Essen, was wir in der Wüste bekommen, ist einfach und nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Es empfiehlt sich, haltbares Essen wie Müsliriegel oder Nüsse mitzubringen.

Gesundheitsrisiken: Es gibt ein mittleres Malariarisiko und aus Denguefieber in Nouadhibou, besonders wenn es (wider Erwarten) zu Regenfällen kommen sollte. In der Wüste selbst wird man kaum einer Mücke begegnen, aber in Nouadhibou kann diese der Fall sein, daher sind lange Kleidung und die Benutzung eines Moskitonetzes wichtig. Eine Prophylaxe halte ich nicht für sinnvoll – aber ich bin kein Arzt (nur schon sehr oft in Malariagebiete gereist). Aus den Wasserleitungen kommt kein Trinkwasser, bitte nur abgepacktes Trinkwasser trinken!

Es gibt im Lande vereinzelt Geldautomaten, die sogar mit europäischen EC-Karten funktionieren. Man sollte sich allerdings nicht darauf verlassen, auch nicht darauf, dass Kreditkarten angenommen werden. Es ist daher gut, einen gewissen Barbestand mit sich zu führen, sollte man etwas einkaufen wollen (Hinweis: in der Wüste kann man nichts einkaufen). Getränke müssen in einheimischer Währung bezahlt werden. Das Tauschen von Euro und US-Dollar ist problemlos und kann durch unsere Führer übernommen werden. Wer nichts einkaufen will oder keine ausgefallenen Getränkewünsche hat (einen 1899er Château Lafite-Rothschild wird ohnehin nicht gereicht, Mauretanien ist strikt alkoholfrei, und bei der Einreise kann es zu Kontrollen kommen, ob man Alkohol einzuführen gedenkt), kommt mit sehr wenig Geld aus, 30 Euro z. B.. Für die Trinkgelder benötigt man Bargeld, was man aber nicht in einheimische Ouguiya tauschen muss.

Bitte beachten Sie, dass die Hotels, Busse, Züge, eigentlich alles, was uns begegnen wird, keinesfalls EU-konform sind. Deshalb reisen wir ja gerade dorthin. Wir werden in ein Land reisen, in dem Umwelt- und Unfallschutz nahezu unbekannt sind. Es sei ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen, die durch die Benutzung und den Aufenthalt in der Nähe der Eisenbahnen entstehen können. Der Abschluss einer Auslands-Unfallversicherung, einer Reisekostenrücktrittsversicherung und der ohnehin wichtigen Auslandskrankenversicherung wird empfohlen. Weder FarRail Tours noch der örtliche Veranstalter haften für Unfälle jeglicher Art, Schäden, Verluste oder Unannehmlichkeiten, Mehrkosten etc., die z. B. aus notwendigen Umbuchungen oder Verspätungen einzelner Verkehrsträger entstehen können.

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Preis

Mauretanien
Sahara-Express: Mit Diesel durch die Wüste 15 bis 22 Teilnehmer 3.370 Euro
09.01.2027 – 17.01.2027 9 bis 14 Teilnehmer 3.510 Euro
  Einzelzimmerzuschlag 235 Euro
Anmeldeschluss: 01.10.2026

Der Preis enthält

Nicht enthalten sind

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